Am 02. April 2025 wurde im Ungarndeutschen Bildungszentrum (UBZ) in Baja der „Tag der ungarndeutschen Literatur“ im Rahmen des „Wunderbar-Festivals“ gefeiert. Diese besondere Veranstaltung bot den Teilnehmern die Möglichkeit, in die Welt der ungarndeutschen Literatur einzutauchen und mit den eingeladenen AutorInnen persönlich ins Gespräch zu kommen.
Im Vorfeld des Events beschäftigten sich die SchülerInnen zusammen mit ihren LehrerInnen intensiv mit den Werken ausgewählter ungarndeutscher Autoren. Ziel war es, sich mit der Vielfalt dieser Literatur auseinanderzusetzen und ein besseres Verständnis für die Themen, Stilrichtungen und Schreibtechniken zu entwickeln. In den Deutschstunden wurden Werke verschiedener AutorInnen behandelt, interpretiert und Fragen zu den Texten formuliert. Diese Fragen konnten in einer Doppelstunde direkt an die AutorInnen gerichtet werden, die sich in Gesprächen mit den SchülerInnen austauschten und ihre Werke erläuterten.
Peter Stübler, der deutsche Schulleiter des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ), habe in seinen Begrüßungsworten die besondere Bedeutung des UBZ als Ort der Vielfalt betont. Die deutsche Auslandsschule lege u. a. großen Wert auf die Pflege und Förderung der ungarndeutschen Kultur, da sie für die Identität der ungarndeutschen Gemeinschaft von großer Bedeutung sei. Das UBZ stehe somit nicht nur für Bildung, sondern auch für die Bewahrung und Weitergabe kultureller Werte an die nächste Generation.
Nach den Werkstattgesprächen fand in der Aula des UBZ die feierliche Eröffnung der Roll-up-Ausstellung „VUdAK in Bewegung“ statt. Johann Schuth, Chefredakteur der „Neuen Zeitung“, Vorsitzender des Verbandes ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK), stellte die Künstlersektion des Vereins vor und gab einen spannenden Einblick in die zeitgenössische Kunstszene der ungarndeutschen Gemeinschaft. Die Ausstellung zielte darauf ab, den Besuchern die Vielfalt und Kreativität ungarndeutscher KünstlerInnen näherzubringen und deren Bedeutung innerhalb der Kultur zu unterstreichen. Zur musikalischen Begleitung dienten die UBZ-Nachtigallen unter der Leitung von Josef Emmert.
Der Höhepunkt des Tages war die gemeinsame Lesung der ungarndeutschen AutorInnen in der Aula. Christina Arnold, Robert Becker, Koloman Brenner, Nelu Bradean-Ebinger, Josef Michaelis, Susi Csilla Szabó und Alfred Manz präsentierten Ausschnitte aus ihren neuesten Werken. Die Lesung bot den Zuhörern die einmalige Gelegenheit, in die aktuellen Entwicklungen der ungarndeutschen Literatur einzutauchen und neue Perspektiven auf Themen wie Identität, Tradition, Sprachverlust, Vergangenheitsbewältigung, gesellschaftliche Probleme, persönliche Beziehungen und Kultur zu gewinnen.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die ungarndeutsche Literatur ebenso wie Musik, Tanz, Trachten, Sitten und Bräuche einen wichtigen Bestandteil der kulturellen Identität der ungarndeutschen Gemeinschaft bildet. Sie leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes und der deutschen Sprache.
Der „Tag der ungarndeutschen Literatur“ war ein gelungenes Ereignis, das nicht nur die Bedeutung der Literatur hervorhob, sondern auch eine Plattform für den Austausch zwischen AutorInnen und der jüngeren Generation schuf. Ein Tag, der zweifellos in Erinnerung bleiben wird und das Interesse an der ungarndeutschen Kultur und Literatur weiter stärkt.
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