Darüber sprach auch Ivett Nuberné Honti, Direktorin der ungarischen Schuleinheiten des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ), in ihrer Begrüßungsrede, die sie am 10. November in der Aula der Institution hielt. Anlass der Feier war die Verleihung der Nationalitäten-Stipendien, an der Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, Richárd Tircsi, Abteilungsleiter, Andrea Csubákné Besesek, stellvertretende Bürgermeisterin von Baja, Terézia Szauter, Beauftragte des Schulträgers, sowie Peter Stübler, Gesamtschulleiter des UBZ, teilnahmen.
Wie in den vergangenen Jahren hat das Staatssekretariat für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten des Ministerpräsidentenamtes auch in diesem Jahr die Ausschreibung für das Nationalitätenstipendium veröffentlicht. Ziel des Programms ist es, besonders begabte Schülerinnen und Schüler zu fördern, die einer ungarischen Nationalität angehören und zum Zeitpunkt der Bewerbung die 10. Jahrgangsstufe besuchen. Das Staatssekretariat gewährt den Gewinnerinnen und Gewinnern bis zum Abitur monatlich ein Stipendium für zwei Schuljahre.
Für die Gemeinschaft des UBZ ist es eine große Ehre, dass zwei unserer Schüler – Eszter Virág und Zalán Kübler – die Anforderungen erfüllt haben und ihre Studien nun mit dem Nationalitätenstipendium fortsetzen dürfen.
Der feierlichen Preisverleihung ging ein Festprogramm voraus. Aufgetreten ist die Tanzgruppe des UBZ-Kindergartens unter der Leitung von Anita Aradi und Anett Hollósi-Gál. Gesungen hat der Nachtigallen-Chor des UBZ und die Jugendtanzgruppe des UBZ, geleitet von József Emmert und Zsanett Melcher gab verschiedene Darbietungen. Gedichte trugen Hanna Rutay und Eszter Virág vor, vorbereitet von Éva Krausz und Péter Csorbai.
Die Urkunden wurden von Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, überreicht. In seiner Ansprache gratulierte er den beiden Schülern und dankte ihren Eltern und Lehrkräften:
„Ich bin mit Freude nach Baja gekommen. Die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schülerinnen und Schüler des UBZ leisten großartige Arbeit bei der Pflege der deutschen Nationalitätstraditionen. Diese Tätigkeit werden wir auch in Zukunft unterstützen. Das heutige Programm und die beiden Preisträger bestärken mich darin, dass man zugleich ein guter Schüler und ein engagierter junger Mensch für die Nationalität seiner Heimat sein kann“- sagte der Staatssekretär, bevor er die Urkunden überreichte.
Die Preisträgerinnen
Eszter Virág, Schülerin der Klasse 11c des UBZ, hat sich nicht nur durch Fleiß und Talent, sondern auch durch ihre gemeinschaftsbildende Ausstrahlung Anerkennung erworben. Für sie ist die deutsche Nationalitätenkultur nicht nur ein Interessengebiet, sondern ein Teil ihrer Identität, ihrer Werte und ihres Alltags. Sie wuchs in einem Umfeld auf, in dem die schwäbischen Traditionen, die Sprache und das Gemeinschaftsleben eine lebendige Kraft darstellen. Schon seit ihrer Kindheit pflegt und gestaltet sie dieses Erbe aktiv und bewusst.
Im Laufe ihrer Studien hat sie ihre Deutschkenntnisse mit bemerkenswerter Hingabe weiterentwickelt und im MNÁMK vertieft. Ihr kulturelles Engagement ist vielseitig: Mit ihren Artikeln in der deutschen Nationalitätenzeitung trägt sie zur Bewahrung der lokalen Geschichte bei, und im Rahmen des „Emsige Hände“-Programms beteiligt sie sich an der Pflege handwerklicher Traditionen. Ihre schöpferische Arbeit schafft nicht nur Werte, sondern auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Als Mitglied der Schul-Volleyballmannschaft sowie des Dél-Vidék Handballvereins beweist sie beispielhaften Teamgeist und bereichert ihre Gemeinschaft sowohl durch ihre sportlichen Leistungen als auch durch ihre verbindende Persönlichkeit. Im Dorf ihrer Großeltern, Vaskút, engagiert sie sich aktiv bei der Pflege der schwäbischen Traditionen und bei Festveranstaltungen, wodurch sie die Verbindung zwischen den Generationen stärkt. Ihre Gemeinschaftsarbeit verkündet die Botschaft, dass unser Erbe nur dann lebendig bleibt, wenn es weitergegeben wird.
Eszter ist eine offene, kreative Persönlichkeit, die Gemeinschaften aufbaut. Ihr Beispiel lehrt uns, dass Tradition nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft ist – und dass sie selbst eine aktive Gestalterin dieser Zukunft ist.
Zalán Kübler, Schüler der Klasse 11c des UBZ, ist jemand, der die Werte seiner Gemeinschaft nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterträgt. Mit vorbildlicher Hingabe arbeitet er daran, dass die hajoscher schwäbischen Traditionen, die Kultur, der Tanz und die Musik auch für kommende Generationen lebendig bleiben. Seine Familie besitzt jahrhundertealte Wurzeln in der Region und er selbst ist seit seiner Kindheit Teil des schwäbischen Gemeinschaftslebens. Bereits in jungen Jahren schloss er sich der örtlichen Tanzgruppe an, deren aktives Mitglied er bis heute ist. Mit seinen Auftritten trägt er regelmäßig zum guten Ruf seiner Heimatgemeinde bei und ist zugleich Mitglied der Tanzgruppe des UBZ.
Die von ihm vertretene Kultur bedeutet nicht nur Traditionspflege und Respekt vor der Vergangenheit, sondern auch Engagement für die Zukunft seiner Nationalität. Neben dem Tanz spielt die Musik in seinem Leben eine herausragende Rolle: Mit seinem Trompeten- und Jagdhornspiel ist er ein aktives Mitglied des Hajoscher Jugendblasorchesters, dessen Auftritte prägende Bestandteile der Gemeinschaftsveranstaltungen sind – und dieses Können bringt er auch im Kollegiumsorchester des UBZ ein.
Er nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Austauschprogrammen teil, wobei ihm die Freundschaften mit den deutschen Partnergemeinden besonders am Herzen liegen.
Als Sportler zeigt er ebenfalls beispielhafte Ausdauer: Seit Jahren ist er Mitglied des Kodokan Judo Sportvereins Homokmégy, wo ihn Disziplin, Fairness und Kampfgeist auszeichnen. Während seiner Schulzeit verbessert er kontinuierlich seine Deutschkenntnisse und beteiligt sich aktiv an kulturellen Programmen des Internats und der Schule.
Zaláns Einsatz für die Gemeinschaft, sein kulturelles Engagement und seine Zielstrebigkeit machen ihn zu einem Vorbild für seine Altersgenossen. Er ist der lebendige Beweis dafür, dass Modernität und Tradition Hand in Hand gehen können.
Mit großem Respekt gratulieren wir beiden herzlich zu ihren herausragenden Leistungen und zur Verleihung des Nationalitätenstipendiums!