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„Das UBZ ist auch in der Vojvodina beliebt!“

MNÁMK-UBZ > Gymnasium > „Das UBZ ist auch in der Vojvodina beliebt!“

2017, UBZ Internat, Storchenlager. Als sich die neuen Internatsschüler vorstellen, steht ein Typ von seinem Stuhl auf und sagt: „Ich bin Fábián Francia, ich komme aus einem kleinen Dorf namens Szilágyi in der Vojvodina. In meiner Freizeit spiele ich Trompete als Mitglied der örtlichen Blaskapelle und fahre Traktor auf dem Bauernhof meiner Eltern. Ich bin glücklich hier zu sein!“ Diese einzigartige Vorstellung führte in wenigen Augenblicken zu Bekanntheit. Der immer fröhliche, laut lachende Typ, dem sein Ruf vorauseilt, wurde bald zu einer prägenden Persönlichkeit des Internats. Er wurde auch zu einem der Vertreter der Schülerselbstverwaltung gewählt. Jeder mag ihn, weil er ehrlich, offen, freundlich und hilfsbereit ist. Der Schwerpunkt seiner „öffentlichen“ Tätigkeit liegt in letzter Zeit auf der Bandweihe. Aber das ist nicht alles, worüber ich mit ihm gesprochen habe.

Fábián Francia

  • Die Bandweihe findet am 21. Oktober statt. Wieso so früh?
  •  Natürlich wegen der Epidemie. Wir haben das Datum um einen Monat vorverlegt. Wir befürchteten, wenn erneut Online-Unterricht eingeführt wird, würde die Bandweihe ausfallen, was wir – angesichts des unglücklichen Beispiels aus dem letzten Jahr – wirklich nicht wollten. Stimmt, die Dinge haben sich also etwas beschleunigt, aber das ist kein Problem.
  • Ich verstehe. Hast du schon einen Anzug?
  • Ja, wir haben einen gekauft. Ich dachte, es würde schwieriger. Es ist nicht meine Welt, einen Anzug zu kaufen, aber es ist jetzt leichter gegangen, als ich dachte. Wir haben viel Hilfe im Bekleidungsgeschäft erhalten.
  • Wie steht ihr mit dem Tanz?
  • Ich denke, wir kommen gut voran. Wenn der große Tag kommt, wird es klappen. Es war eine gute Idee, die Tanzproben morgens zu halten, dann sind wir noch frisch. Es wird sicher ein schöner Abend sein! Wir wollen uns auf der Bandweihe, beim drauffolgenden Abendessen und auf der Party am nächsten Tag wohl fühlen!
  • Wenn schon Party. Du hattest vor kurzem eine Geburtstagsfeier in Szilágyi. Auch hier gratuliere ich dir zu deinem 19. Geburtstag! Wie ist die Party gelaufen?
  • Vielen Dank! Ja, wir haben am letzten Septemberwochenende ein „bescheidenes“ Treffen mit ca. 50 Gästen abgehalten, von denen 30 bei uns übernachteten. Aufgrund der Epidemie konnten wir in letzter Zeit keine Reise organisieren, also dachten meine Eltern und ich, wir laden meine Freunde ein. Sie kamen am Samstag an und fuhren am Sonntagnachmittag nach Hause. Ich habe ihnen auch live gezeigt – was sie schon oft auf Bildern gesehen haben – wie wir Schwein und Lamm am offenen Feuer auf unsere bewährte Methode braten. Wir haben ein ca. 40 kg schweres Ferkel und ein etwas kleineres Lamm gebraten und mit gutem Appetit gegessen. Anschließend feierten wir bis zum Morgengrauen im örtlichen Kulturhaus. Alles war bestens! (Er lacht.)
  • Darüber freue ich mich sehr! Wir kommen noch zu der weit und breit bekannten Gastfreundschaft und dem gebratenen Schwein und Lamm zurück, aber jetzt blicken wir ein wenig zurück in die Zeit vor deiner UBZ-Karriere! Warum hast Du dich für unsere Schule entschieden?
  • Das UBZ ist auch in der Vojvodina beliebt. Meine Mutter unterrichtete Chemie in Bezdán und hatte viel von diesem Institut gehört, sagte aber nichts, bis mir der Sohn, meines Deutschlehrers Masic Alexander, der 2015 am UBZ seinen Abschluss gemacht hat, von der Einrichtung erzählte. Alex hatte eine tolle Zeit hier, berichtete von vielen schönen Erinnerungen und sagte – nachdem er mich kennengelernt hatte -, dass er dachte, es sei auch für mich die richtige Schule. Wir kamen einmal zum Tag der offenen Tür und auf dem Heimweg sprachen wir schon darüber, dass ich hier weiterlernen werde.
  • Es war eine gute Entscheidung. Jeder, der Dich kennt, weiß, dass Du immer mit großer Liebe über Deine Familie sprichst. Bitte teile mit mir jetzt ein paar Gedanken dazu!
  • In der Zwischenzeit wurde meine Mutter Schulleiterin in Bezdan und mein Vater unterrichtet Sport an der örtlichen Grundschule in Szilágyi. Meine Schwester Anna ist ebenfalls Schülerin des UBZ, in der Klasse 9b. Unsere Familie ist traditionell auch in der Landwirtschaft tätig.
  • Damit sind wir bei einem der wichtigsten Themen unseres Gesprächs. Weihe uns bitte in die Geheimnisse des Francia – Familienbesitzes ein!
  • Landwirtschaft hat bei uns Familientradition. Meine Urgroßeltern legten den Grundstein für unsern Betrieb und seitdem hat jede Generation ihn auf ihre Weise weiter- und weiterentwickelt. Derzeit bewirtschaften wir ca. 50 Hektar Land und mästen 350 Schweine. Wir bauen Mais, Gerste, Weizen und Sojabohnen an. Die beiden letztgenannten werden verkauft, indem Mais und Futtergerste gemahlen und unter Zugabe von Geschmacksverstärkern zur Fütterung unserer Tiere verwendet werden. Als Ergebnis langjähriger Arbeit verfügen wir über einen modernen Maschinenpark und beschäftigen auch einen festen Mitarbeiter. In den Schulferien und am Wochenende helfe ich auch mit meiner Schwester. Anna macht mit meiner Mutter Dinge im Haus und mein Vater und ich sind auf den Feldern.
  • Man sagt, Arbeit adelt, und man könne damit nicht früh genug beginnen. Du bist richtig reingekommen. Lass mich bei allem Respekt fragen, wann lebst Du das Leben junger Menschen in Deinem Alter?
  • Ich liebe das freie Leben, das die Feldarbeit bietet, deshalb ist Arbeit für mich keine Verpflichtung, sondern eine freiwillige Tätigkeit. Aber ich arbeite ja nicht nur… Manchmal lerne ich auch… (Er lacht.) Ich mache Musik. Ich trat der örtlichen Blaskapelle bei, wo ich Trompete spiele und auch im Männerchor singe. Szilágyi ist eine kleine Siedlung, mit ca. 800 Einwohnern. Jeder kennt jeden, wir sind eine geschlossene, christliche Gemeinschaft. An Feiertagen machen wir mit den Blasinstrumenten Feldmusik und jedes Jahr, am 6. Dezember, treten wir auf einer Dorfveranstaltung namens „Fröhlicher Abend” mit verschiedenen Bühnenstücken auf. In diesem Fall wird normalerweise eine Kabarettszene aufgeführt. Ich mag auch Schauspielerei. Diese Veranstaltungen genieße ich, denn ich bin ein Gemeinschaftsmensch und habe viele Freunde.
  • Das kann ich auch bestätigen. Sag mir, wie kann das sein, dass Du immer lachst, nie traurig bist und sich Deine gute Laune automatisch auf Deine Umgebung überträgt?
  • Ich bin einfach so. Auch meine Lebenseinstellung, mein Denken und, wie meine Freunde sagen, meine Ausstrahlung sind positiv. Anfangs kannte ich im UBZ nur Viktor Bubos, aber bald hatte ich viele Freunde. Die anderen sagen, ich habe mittlerweile Fans gewonnen. (Er lacht.) Aber Spaß beiseite, ich höre jedem zu, ich helfe, wem ich nur kann. Wenn mit nichts anderem, dann mit ein paar lustigen Worten. Ich sehe in jedem das Gute, ich habe keine Gegner, keine Feinde und komme mit allen gut aus. Meine Natur ist direkt und freundlich, das habe ich geerbt. Mein Vater hat auch einen riesigen Freundeskreis. Außerdem ist er ein fröhlicher Mensch und lacht immer laut. Wenn wir beide lachen, lachen alle um uns herum.
  • Ja, ich hatte das Glück, zu hören, wie Du laut lachst, es ist wirklich unnachahmlich. Du hast mir erzählt, dass die Landarbeit fast Dein Hobby ist. Gehst Du auch beim Lernen so vor? Du bist einer der Besten in deiner Klasse.
  • Vielleicht klingt es nicht unbescheiden, wenn ich sage, dass ich das Lernen immer ernst genommen habe. In der Vorbereitungsklasse war es die schwierigste Aufgabe, die Vokabeln zu lernen, aber ich investierte die nötige Kraft, setzte mich hin und lernte sie. Ich mag Sachfächer wie Mathematik und Physik. Ich bin hierher gekommen, um Deutsch zu lernen und es ist mir auch gelungen. Ich habe viel nützliches Wissen im UBZ gewonnen!
  • Dieses kannst Du – da Du in der 12. Klasse bist – bald gut benutzen. Wohin gehst Du weiter?
  • Ich denke darüber nach, in Deutschland Mathematik und Physik zu studieren und würde danach gerne am UBZ unterrichten. So wäre ich auch in der Nähe meines Heimatdorfes und ich könnte jederzeit nach Hause fahren, um zu helfen oder bis dahin schon den Hof zu leiten.
  • Ich verstehe. Letzte Frage. Sie beschäftigt mich seit Beginn unseres Gesprächs. Wie habt ihr bei deiner Feier für 30 Leute Platz gefunden? Wo habt ihr geschlafen?
  • Platz ist in der kleinsten Hütte … (Er lacht.) Mein Vater hat Matratzen mitgebracht, die Leute haben darauf geschlafen. Das Haus war voll. Wir haben es hinbekommen. Es war vielleicht nicht die gemütlichste Nacht ihres Lebens, aber jeder wird sich gerne an die Party und das davor gebratene Schwein und Lamm erinnern, das ist sicher!
  • Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin ein fröhliches, glückliches und erfolgreiches Leben! Antal Fiedler

 

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