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„Das UBZ ist ein hervorragender Ausstellungsort“

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Am 21. Dezember endet die Ausstellung der Bildkünstlerin Katalin Hollósy im UBZ. Aus diesem Anlass lud ich sie zu einem kurzen Gespräch ein.

– Was ist das Konzept Ihrer Ausstellung im UBZ?

– Im vergangenen Jahr habe ich mich sehr für die alten Gräber auf dem Friedhof meines Heimatdorfes Nemesnádudvar/Nadwar interessiert. Auch früher habe ich bezüglich meiner Reiseerfahrungen Werke zu den Bestattungstraditionen verschiedener Kulturen geschaffen. Deshalb dachte ich, es ist höchste Zeit, dass ich mich mit den ungarndeutschen Grabsteinen mit deutschen Inschriften beschäftige, die noch auf dem Friedhof meines Heimatdorfes stehen. Meine Arbeiten zu diesem Thema bilden das Rückgrat dieser Ausstellung (Lapidarium II, IV, Hier ruhet I-II-III). Das UBZ ist ein hervorragender Ausstellungsort, da die meisten Schülerinnen und Schüler aus Siedlungen kommen, in denen vor einigen Jahrzehnten noch ein deutscher Dialekt gesprochen wurde.

Es ist bekannt, dass Ihr Leben von der ungarndeutschen Herkunft geprägt ist. Gilt das auch für Ihre künstlerische Arbeit?

– Auf jeden Fall. Die Farben- und Formenwelt, die uns in der Kindheit umgibt, beeinflusst auch unbewusst unseren Geschmack, den wir als Erwachsene entwickeln. Ich sehe bis zum heutigen Tage die Winternächte vor meinen Augen, als ich mit meiner Großmutter Anna zu dem Haus ging, wo sie an jenem Tag zusammengekommen sind. Um den Ofen herum sitzend wurden die Garne und Stricknadeln hervorgeholt und es wurden mit bunten Mustern verzierte Handschuhe und Patschker gestrickt. Aber ebenso lebendig ist die Erinnerung daran, wie ich mit meiner Freundin aus dem Kindergarten prächtige Schwertlilien gefunden habe, die am Rande des Friedhofshügels wild wuchsen. Diese Motive tauchen von Zeit zu Zeit auch in meinen Werken auf.

Dies bestätigt auch mein großformatiges Werk für den Hochzeitssaal des Dorfes, das 2006 eine der Ausstellungsstücke von „Mai Magyar Mesterművek“ (Ungarische Meisterwerke der Gegenwart) wurde. Bei diesem Stück habe ich die Farben einer Weste verwendet, die von einer ehemaligen ungarndeutschen Frauentracht aus Nadwar stammt. Es wurde in Budapest im Museum für angewandte Kunst als eines der 17 ausgewählten Meisterwerke ausgestellt.

– Sie erstellen Ihre Kunstwerke mit der Emaille-Technik. Was muss man über diese Methode wissen?

– Emaille ist eine der dekorativen Materialien und Techniken, die in der angewandten Kunst verwendet werden. Eine glasartige, transparente oder opake, mit Metalloxiden gefärbte Schicht wird bei 850 °C auf eine Metallträgerplatte gebrannt, die aus Gold, Silber, Kupfer oder Stahl besteht. Es lohnt sich dann diese Technik anzuwenden, wenn man damit etwas erreichen kann, was man mit anderen Materialien oder Techniken nicht erreichen könnte. Unsere Vorfahren verwendeten sie in der Regel für Gold und Silber, meistens für Krönungs- und Kirchenzeremonien sowie für den Schmuck hochrangiger Damen und Herren.

In den letzten Jahrzehnten verbreiteten sich in Europa zweidimensionale Kunstwerke, die an die Wand gehängt werden können, und man benutzt für diese Kupfer oder Stahl. Diese Technik verbreitete sich in Ländern, in denen es Emaille-Fabriken gab.

Ihre Herstellung erfordert die Kenntnis komplexer Prozesse, an denen viele physikalische und chemische Elemente beteiligt sind. Es erfordert große Demut, Ausdauer und Geduld seitens des Künstlers.

– Wo können Kunstliebhaber Ihre Werke das nächstes Mal besichtigen?

– Nachdem ich alle Stücke, die ich dem oben genannten Thema angefertigt habe, entsprechend installiert (eingerahmt) habe, möchte ich sie in Nadwar ausstellen. Ich organisiere selten eigene Ausstellungen. Meine Werke werden jedoch regelmäßig in Ungarn bei den Ausstellungen der Ungarischen Gesellschaft für Emaille, dem Kecskeméter Künstlerkreis und der Internationalen Emaille-Kunstwerkstatt ausgestellt. Außerdem werden sie jedes Jahr auf einigen internationalen Foren auch ausgestellt. Deshalb bin ich ständig am Arbeiten.

– Vielen Dank für das Gespräch!

Antal Fiedler

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