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„Im UBZ habe ich Deutsch und Chemie liebgewonnen”

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Vor kurzem klopfte eine alte Bekannte an die Tür von Terézia Szauters Büro. Die Hauptdirektorin vom UBZ wurde von Dóra Bárdfalvy besucht, die 2009 ihren Abschluss an unserem Gymnasium machte. Auch das ist nichts Außergewöhnliches, denn die Schulleitung heißt ihre ehemaligen Schüler und Schülerinnen immer willkommen. Spannend ist jedoch, dass Dóri derzeit in Schweden lebt, kürzlich in Physikalischer Chemie promovierte und als Gymnasiastin die humorvollen Gedanken ihres ehemaligen Chemielehrers István Sári zusammengefasst hat. Auch darüber habe ich mit ihr gesprochen.

  • Deine Karriere ist gar nicht gewöhnlich. Wie hat es angefangen?
  • Als kleines Kind ging ich zuerst in den Kindergarten in der Lőkert sor. Meine Mutter sagte, dass ich immer sauer war, wenn sie mich dort zurück gelassen hat. Nachdem ich sie das wohl oft genug habe wissen lassen, beschloss sie, mich in den damals neu eröffneten Kindergarten des UBZ zu bringen, wo ich vom ersten Tag an gerne hingegangen bin. Ich habe als Vorschulkind angefangen und meine UBZ-Karriere als Schülerin der Klasse 12 c beendet. Ich habe 14 schöne Jahre in der Institution verbracht
  • Nicht wenig. Kannst Du aus diesen 14 Jahren etwas Entscheidendes hervorheben?
  • Den Prozess des Deutschlernens. Als Kind habe ich fast unbemerkt eine andere Sprache gelernt. Zuerst habe ich deutsche Märchen im Fernsehen gesehen, aber nach einer Weile habe ich sie schon verstanden. Es war ein riesiges Erlebnis! Das Erlernen einer Sprache ist für einen Erwachsenen eine ernste Aufgabe, aber es hat mir im UBZ keine Schwierigkeiten bereitet. Es ist schwer zu sagen, wie es war, aber die deutsche Sprache blieb irgendwie gut an mir kleben.

Dóra Bárdfalvy und Theresia Szauter

  • Du hast 2009 das Abitur gemacht. Wohin führte Dein Weg weiter?
  • Ich habe zuerst in Szeged Biologie studiert, aber das hat mir nicht gefallen, also habe ich mich nach einem halben Jahr der Chemie zugewandt. Nach meinem Bachelor habe ich mich entschieden, meinen Masterstudiengang in Schweden zu absolvieren. Ich habe meinen Abschluss als Chemikerin an der Universität in Uppsala gemacht und anschließend einen Doktortitel in Physikalischer Chemie in Lund erworben.
  • Worüber hast Du Deine Doktorarbeit geschrieben?
  • Es ist für uns alle sichtbar und klar, wie zum Beispiel Fische zusammen schwimmen oder Vögel in Gruppen fliegen. Bakterien tun dasselbe. Ich habe diese Bewegungen mit Computersimulationen studiert und weiter erforscht. Ein Exemplar meiner Dissertation habe ich übrigens Terézia Szauter geschenkt.

Mit der Doktorarbeit

  • Edle Geste. Sag mal, wie bist du zur physikalischen Chemie gekommen?
  • Es war ganz klar der Einfluss des Lehrers István Sári. Ich mochte Chemie nicht, bevor er es mir beigebracht hat. Dann kam er und verpackte die Chemie in einen Witz nach dem anderen. Er hatte großen Humor. Außerdem hatte er auch grenzenlose Geduld, weil er auch meine zehnte Frage noch so ruhig wie möglich beantwortete. Durch ihn gewann ich Chemie lieb und er brachte mich auf einen Weg, von dem ich nie gedacht hätte, dass es meiner werden würde. Ich behalte ihn mit großer Dankbarkeit in Erinnerung.
  • Das ist wirklich berührend. Neben dem fachlichen Wissen von István Sári hast Du auch seinen Humor geschätzt. Du hast auch seine lustigen Gedanken aufgeschrieben. Wie kam es dazu?
  • Zuerst habe ich nur mit meinen Freundinnen darüber gesprochen, was er gesagt hat. Später versuchte ich, all seine verbalen „Goldstücke“ im Gedächtnis zu behalten. Ich machte mir Notizen darüber am Rand meines Heftes, aber am Ende wurde es so viel, dass ich dachte, ich würde es ihm nach dem Abitur in der Form eines Buches fassen. Ich habe sechs Kopien davon gemacht. Der Titel ist: „Haben Sie noch etwas gesagt, Herr Lehrer?“
  • Hast du es ihm dann auch übergeben? Was hat er gesagt?
  • Ja, ich habe es ihm nach dem Abitur übergeben. Er hat sich sehr gefreut. Mit seinem charakteristischen Lächeln sagte er, dass er es wie ein echtes Relikt aufbewahren würde.
  • Das ist fantastisch! Es ist sicherlich einzigartig im Leben des UBZ. Ich denke, das UBZ war auch in Deinem Leben einzigartig.
  • So ist es. Neben den Lehrern hier haben auch die Gastlehrer aus Deutschland eine große Wirkung auf mich ausgeübt. Ich habe Sprachen gelernt, eine neue Kultur kennengelernt, meine Kommunikationsfähigkeiten geschärft und hier gelernt, kritisch zu denken.
  • Wenn die jetzigen Schüler Dich um Rat fragen würden, was würdest Du ihnen sagen?
  • Letztes Jahr habe ich an der Online-Berufsorientierungsveranstaltung des UBZ teilgenommen, bei der ehemalige Schüler und Schülerinnen den jetzigen Schülern und Schülerinnen von ihren Studien- und Berufserfahrungen erzählten. Dort sagte ich, dass sie immer das tun sollen, was sie wirklich lieben! Es ist nie zu spät, seinen Weg zu ändern! Zwei Beispiele dazu: Als wir im Gymnasium unsere Leistungskurse wählen mussten, wählte ich zuerst Ungarisch und Geschichte. Aber mir wurde klar, dass ich das nicht wollte, also wechselte ich zu Biologie und Chemie. Ich bin auch nicht in Szeged geblieben, um Biologie zu studieren, als mir klar wurde, dass ich das nicht wollte. Man soll also mutig sein und immer das tun, was man am meisten liebt! Dies ist mein Rat.
  • Kluger Vorschlag. Übrigens, wo und wie lebst Du? Was machst Du in Schweden?
  • Ich lebe in Malmö. Ich habe dort vor vier Jahren eine Wohnung gekauft. Ich arbeite als Chemikerin für ein Beratungsunternehmen. An meinem Arbeitsplatz kommuniziere ich mit meinen Kollegen und Kolleginnen auf Englisch und Schwedisch. Ich habe meine Doktorarbeit auf Englisch geschrieben. Wir sprechen Deutsch fast nur mit Freunden. In meiner Freizeit gehe ich in die Natur und singe in einem Kirchenchor. Ich bin Mitglied in einem Botanikverein, mit dem ich oft in den Wald gehe, wo wir Pflanzen studieren. Ich mag Schweden sehr und fühle mich dort auch richtig wohl.
  • Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und Gesundheit! Vielen Dank für das Gespräch!

Fiedler Antal

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